Psychische Gesundheit und Hochschulwelt – zwischen Kunst, Identität und psychischer Gesundheit
Psychische Gesundheit im Hochschulkontext ist längst kein Randthema mehr, sondern eine zentrale Voraussetzung für erfolgreiches Lernen, Lehren und Arbeiten. Universitäten und Hochschulen sind Orte intensiver intellektueller Entwicklung, kreativer Auseinandersetzung und persönlicher Identitätsbildung – gleichzeitig aber auch geprägt von Leistungsdruck, Unsicherheit und hohen Erwartungen. Diese Spannungsfelder wirken sich unmittelbar auf das psychische Wohlbefinden von Studierenden sowie Mitarbeitenden aus und stellen Institutionen vor die Aufgabe, tragfähige Strukturen für Prävention, Unterstützung und den Umgang mit Krisen zu entwickeln.
Im Rahmen des Erasmus+ Blended Intensive Programme (BIP) „Mental Health in Higher Education“ hat die pro mente Akademie im Frühjahr 2026 zum zweiten Jahr in Folge inhaltliche Impulse zur Förderung psychischer Gesundheit an der Akademie der bildenden Künste setzen können. Ziel war es, einen interdisziplinären und praxisnahen Raum für Austausch, Reflexion und Weiterentwicklung im Umgang mit psychischer Gesundheit im Hochschulalltag zu schaffen. Durch die Verbindung von fachlichen Inputs, interaktiven Methoden und gemeinsamer Reflexion wurde ein Lernumfeld geschaffen, das sowohl wissenschaftliche Perspektiven als auch praktische Erfahrungen miteinander verbunden hat.
Am Programm nahmen 22 Lehrende sowie Kolleg:innen aus Verwaltung und Beratung im Hochschulbereich teil. Die Gruppe setzte sich aus zahlreichen europäischen Ländern zusammen, darunter Spanien, Slowakei, Deutschland, die Niederlande, Bulgarien, Belgien, Rumänien, Norwegen, Estland, Frankreich und Italien. Inhaltlich standen unter anderem die Rolle von Kunst und Kreativität in der Identitätsentwicklung, psychische Störungsbilder im studentischen Kontext, Substanzkonsum als Bewältigungsstrategie sowie akute psychotische Krisen und deren Intervention im Fokus. Ergänzt wurde dies durch das Thema Neurodivergenz und die damit verbundenen strukturellen Herausforderungen für Hochschulen.
Der inhaltliche Ausblick zeigt deutlich, warum Programme dieser Art an Bedeutung gewinnen: Psychische Gesundheit im Hochschulraum ist eng mit Fragen von Qualität in Lehre, institutioneller Verantwortung und sozialer Nachhaltigkeit verbunden. Der internationale Austausch ermöglicht es, unterschiedliche Systeme, Ansätze und Praxen kennenzulernen und voneinander zu lernen. Gleichzeitig werden konkrete Handlungskompetenzen gestärkt, etwa in der Kommunikation mit belasteten Studierenden oder im Setzen professioneller Grenzen. Das BIP leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung einer Hochschulkultur, die psychische Gesundheit nicht nur berücksichtigt, sondern aktiv mitgestaltet.


